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Heute am Sonntag lohnt es sich, ein wenig Zeit für „Tiefsinniges“ einzuplanen. Als ich diesen Artikel vor einiger Zeit in die Finger bekam, hat es mich sehr berührt und ich habe beschlossen, dem Wort „Später“ mehr Achtsamkeit zu schenken. Heute bin ich nun wieder darauf gestoßen und ich muss sagen – vieles hat sich seit diesem Entschluss geändert und doch……….es ist immer wieder neu nötig sich bewußt zu machen, dass Veränderungen schrittweise vor sich gehen und sehr oft sehr viel Zeit benötigen, bis sie sich auch im Unterbewußtsein verankert haben. Möchte gerne mit euch teilen:

Wann ist eigentlich „später“?

Manche Wörter kommen daher wie der Wolf  im Schafspelz. Sie wirken ganz unscheinbar und fast kann man sie übersehen.

Ein Beispiel ist das Wörtchen „später“. Jeder kennt es, jeder nutzt es.

Wir gehen unser Wunschziel später an, weil wir jetzt gerade so viel zu tun haben. Wir hören später mit dem Rauchen auf, weil wir jetzt gerade so im Stress sind. Wir treffen uns später mit der Freundin, die wir schon so lange nicht gesehen haben. Wir bereden das Problem mit dem Lebenspartner später, weil jetzt Gäste kommen.

Und so weiter und so weiter.

Das Wörtchen später ist deshalb so tückisch, weil wir damit gleich zwei trügerische Vorstellungen verbinden.

  1. Haben wir das Gefühl noch endlos Zeit zu haben und
  2. sind wir davon überzeugt, das Später auch tatsächlich einzulösen.

Punkt 1 kann unter Umständen ein großer Irrtum sein, denn keiner von uns lebt ewig und was uns heute noch als „ so lange hin“ vorkommt ist irgendwann schlicht und einfach vorbei. Und gegen Punkt 2 dürfte die praktische Erfahrung der meisten von uns sprechen – ob wir die Sachen nun vergessen oder ob sich wieder neue Aktivitäten vordrängen, „später“ wird in der Regel selten oder nie eingelöst.

Ich persönlich nutze für mich das Wort später inzwischen als ein kleines Warnsignal. Wenn ich mich erwische, dass ich etwas auf später verschiebe, frage ich mich Folgendes:

  1. Warum tue ich es nicht jetzt?
  2. Kann ich wirklich nicht oder will ich nicht – und warum kann oder will ich nicht.
  3. Wie entscheide ich mich: Tue ich es nun doch? Tue ich es gar nicht? Oder: Wann tue ich es? (mit festem Termin)

Auf diese Weise kann ich recht schnell analysieren, ob es sich bei dem Verschobenen um etwas Wichtiges oder Unwichtiges handelt und ich bringe mich dazu, eine klare Entscheidung zu treffen.

Wichtig ist, dass ich im Fall des Verschiebens, mir den festgesetzten Termin tatsächlich aufschreibe und ihn als Verpflichtung sehe, denn sonst besteht die Gefahr, ihn zu vergessen.

Ich glaube, es lohnt, sich einmal genauer mit dem kleinen Wörtchen „später“ zu befassen und sich  eine persönliche Strategie im Umgang damit zu überlegen. Sonst besteht die Gefahr, dass wir nicht nur lauter einzelne Sachen, sondern letztlich unser ganzes Leben verschieben.

Von Tania Konnerth